Irgendeine Zeitung ist gestern auf die Idee gekommen, dass Friedrich Merz jährlich pro Nebenjob 7.000,- Euro bekommt und alle anderen haben, ohne nachzurechnen, einfach abgeschrieben. Wer diese Meldung zuerst verbreitet hat, ist für mich leider nicht mehr nachvollziehbar. Fakt ist allerdings, diese Rechnung, auf die sowohl kleine Magazine wie RP-Online als auch renommierte Medien wie das Handelsblatt reingefallen sind, ist FALSCH.
Ich habe diesbezüglich heute morgen extra mit zwei Mathematikern telefoniert, von denen einer sogar Professor für Mathematik ist und sich an der Erarbeitung von Schulbüchern beteiligt.
Und eben dieser Professor erklärte mir, dass es sich bei der Aufschlüsselung um eine klassische Textaufgabe in Verbindung mit einer kleinen, geschickten Falle ist.
So gehen die Zeitungen davon aus, dass die Angaben für Friedrich Merz diesem Absatz entsprechen:
Werden im Verlaufe eines Kalenderjahres unregelmäßige Einkünfte für eine bestimmte Tätig-keit bzw. einen bestimmten Vertragspartner angezeigt, wird die Jahressumme gebildet und das Kalenderjahr und nachfolgend die Stufe veröffentlicht ("2006, Stufe 3", d. h. für die jeweilige Tätigkeit betrug die Summe der Einkünfte im Jahr 2006 mehr als 7.000 Euro).
BASF Antwerpen N.V., Antwerpen,
Mitglied des Verwaltungsrates, jährlich, Stufe 3
Bei regelmäßigen monatlichen Einkünften unterhalb der monatsbezogenen Grenze für die Entstehung einer Anzeigepflicht (1.000 Euro), die jedoch zu einer Überschreitung der auf das Jahr bezogenen Betragsgrenze von 10.000 Euro führen, wird die Stufe 3 mit dem Zusatz "jährlich" versehen.
Den gleichen Fehler haben die Medien durch die Bank auch bei anderen Abgeordneten übernommen.
Um die 56.000,- Euro-Berechnung der Medien wahr sein zu lassen, müsste bei Friedrich Merz beipielsweise folgendes stehen:
BASF Antwerpen N.V., Antwerpen,
Mitglied des Verwaltungsrates,2006, jährlich, Stufe 3
Nachtrag:
Ich habe heute Vormittag versucht, mit mehreren Medien Kontakt aufzunehmen. Das einzige Unternehmen, das sich telefonisch zurückmeldete war RP-Online (vor ein paar Minuten), wo man denn Fehler tatsächlich nachvollziehen konnte und den entsprechenden Artikel jetzt noch einmal in die Redaktion zurück gibt. Unsere "Mediengiganten" dagegen scheinen gegen solche Hinweise resistent zu sein, von ihnen bekam ich nichtmal eine Antwort.
Update:
Stefan Niggemeier war so nett, mal beim Bundstags-Sprecher anzurufen und die Rechnung zu hinterfragen. Da fällt das Ergebnis dann doch anders aus. Stefan hat die Erklärung mal unten in den Kommentaren gepostet.










Aber mir tut es auch jedesmal weh, wenn ich sehe wie schnell und leicht man Rechte, für die wir kämpfen mussten, die wir erst durch den zweiten Weltkrieg wirklich zu schätzen wissen so schnell wieder aufgeben, weil von Bedrohungen gefasselt wird, ich hab am Anfang in der Schule nicht verstanden, wie ein Volk so dumm und blind sein kann, dass es dem Führer einfach alles geglaubt hat, nun kann ich das ganze live und in Farbe erleben. Das Volk ist scheinbar einfach faul, oder warum passiert nichts, außer hier im Blogdorf, wo immer mal wieder drüber geschrieben wird?
Es wird wohl Zeit, Absatz 4 des selben Artikels zu nutzen.
krieg ist frieden!
freiheit ist sklaverei!
unwissenheit ist stärke!