Nach Ulla Schmidt für die SPD tritt nun Georg Schirmbeck für die CDU in das Dienstwagenkarussell ein.
Willkommen im Wahlkampf 2009, dem Dienstwagen-Wahlkampf!
Artikel mit Tag wahlkampf
Donnerstag, 20. August 2009
Völlig losgelöst...
um
16:53
...von allen "Bitte keine Werbung einwerfen"-Aufklebern zeigen sich in meiner Gegend die Parteien. Bei uns in der Eifel stehen ja auch die Kommunalwahlen vor der Tür und die Parteien geben sich größte Mühe, die Aufkleber zu ignorieren, die an den Briefkästen eigentlich vor unerwünschter Werbung schützen sollen.
Besonders stachen dabei zwei Parteien hervor:
Die CDU damit, dass meine Wahlbenachrichtigung in eine CDU-Werbung gefaltet war und damit beinahe im Altpapier landete, die FDP damit, dass sie einen (funktionierenden!) Werbekugelschreiber mit in den Kasten warf, dessen Mine beschädigt war und die daraufhin in meinem Briefkasten auslief.
Jetzt rätsele ich darüber, was mir diese beiden Werbebotschaften sagen wollen. Die CDU will eventuell gar nicht, dass ich wählen gehe und die FDP will, dass ich mit einem leeren Kugelschreiber versuche, die Kreuzchen zu machen? Fragen über Fragen...
Besonders stachen dabei zwei Parteien hervor:
Die CDU damit, dass meine Wahlbenachrichtigung in eine CDU-Werbung gefaltet war und damit beinahe im Altpapier landete, die FDP damit, dass sie einen (funktionierenden!) Werbekugelschreiber mit in den Kasten warf, dessen Mine beschädigt war und die daraufhin in meinem Briefkasten auslief.
Jetzt rätsele ich darüber, was mir diese beiden Werbebotschaften sagen wollen. Die CDU will eventuell gar nicht, dass ich wählen gehe und die FDP will, dass ich mit einem leeren Kugelschreiber versuche, die Kreuzchen zu machen? Fragen über Fragen...
Dienstag, 18. August 2009
Ursula die Schreckensverbreiterin
um
22:26
Vor ein paar Tagen schrieb ich darüber, dass die Unionsparteien mit ihrer Angst- und Panikmache bezüglich des bösen Internets auch besonders bei älteren Menschen schürt, die oftmals mit dem Internet gar nichts zu tun haben. Ein wohl leuchtendes Beispiel dafür hat gerade wieder Ursula von der Leyen abgeliefert, die sich vor einem vornehmlich älteren Publikum auch über die Notwendigkeit von Internetzensur ausließ.
Was mich an dieser Rede allerdings erschreckte war nicht der Umstand, dass die Union wieder bei älteren Bürgern Dinge falsch darstellt, die diese zum großen Teil gar nicht nachvollziehen können, nein, mich hat der Tonfall verstört, in dem diese Rede gehalten wurde. Das letzte Mal, dass ich einen solchen Tonfall und eine solche Rhetorik sah, war in einem Dokumentarfilm über eine Zeit, an die man lieber nicht denken möchte.
Mit einer Inbrunst, wie man sie sonst nur von den Demagogen aus alten Dokumentarfilmen kennt, belügt diese Frau alte Menschen, schürt bei ihnen die Angst vor dem Internet. Sie wiederholt ihre mittlerweile oft widerlegten Aussagen und deutet quasi mit dem Zeigefinger auf die Menschen, die ihr widersprechen oder sie kritisieren. Wer Ursula von der Leyen nicht zustimmt ist für Kinderpornographie und damit automatisch böse.
Ich habe mich wirklich dabei ertappt, wie ich ihren rechten Arm beobachtete und auf eine verräterische Zuckung wartete.
Ich bewege mich seit 1995 im Internet. Ich habe von 2000 bis 2003 sogar Kunden in der Adultbranche gehabt und bin trotzdem nie über irgendwelche Seiten mit kinderpornographischen Inhalten gestoßen. Ich habe auch nie eine Seite zu Gesicht bekommen, auf der man gegen Geld Zugang zu kinderpornographischem Material bekommt und ich habe mich immerhin beruflich und damit sehr zeitintensiv im Netz bewegt.
Auf Seiten mit kinderpornografischen Inhalten gerät man nur extremst zufällig, wenn man nicht gezielt und über Insiderquellen danach sucht.
Mich würde mal interessieren, wo Frau von der Leyen sich rumtreibt?
Wenn Ursula von der Leyen ihre Kritiker in die Nähe von Unterstützern von Kinderschändern rückt, dann muss sie sich auch gefallen lassen, dass man ihre Art der Rhetorik in die demagogische Ecke rückt.
Diese Frau ist nicht tragbar für Deutschland. Sie ist nicht konservativ, sie ist meiner Meinung nach in höchstem Maße volksverhetzend. Dafür spricht auch die Tatsache, dass sie seltsamerweise nie vor einer internetaffinen Versammlung spricht, sondern immer nur vor Menschen, der sie ihre Lügen und Halbwahrheiten aufdrücken kann, ohne hinterfragt zu werden. Gebt der Frau 20 Minuten vor einer Gruppe jüngerer Internetkenner und sie würde wahrscheinlich die Flucht ergreifen angesichts des Umstandes, dass ihre Behauptungen und Argumente sofort fachgerecht widerlegt würden.
Den Text des Videoausschnitts gibt es bei Netzpolitik.org, wo ich auch auf dieses Video stieß.
Was mich an dieser Rede allerdings erschreckte war nicht der Umstand, dass die Union wieder bei älteren Bürgern Dinge falsch darstellt, die diese zum großen Teil gar nicht nachvollziehen können, nein, mich hat der Tonfall verstört, in dem diese Rede gehalten wurde. Das letzte Mal, dass ich einen solchen Tonfall und eine solche Rhetorik sah, war in einem Dokumentarfilm über eine Zeit, an die man lieber nicht denken möchte.
Mit einer Inbrunst, wie man sie sonst nur von den Demagogen aus alten Dokumentarfilmen kennt, belügt diese Frau alte Menschen, schürt bei ihnen die Angst vor dem Internet. Sie wiederholt ihre mittlerweile oft widerlegten Aussagen und deutet quasi mit dem Zeigefinger auf die Menschen, die ihr widersprechen oder sie kritisieren. Wer Ursula von der Leyen nicht zustimmt ist für Kinderpornographie und damit automatisch böse.
Ich habe mich wirklich dabei ertappt, wie ich ihren rechten Arm beobachtete und auf eine verräterische Zuckung wartete.
Ich bewege mich seit 1995 im Internet. Ich habe von 2000 bis 2003 sogar Kunden in der Adultbranche gehabt und bin trotzdem nie über irgendwelche Seiten mit kinderpornographischen Inhalten gestoßen. Ich habe auch nie eine Seite zu Gesicht bekommen, auf der man gegen Geld Zugang zu kinderpornographischem Material bekommt und ich habe mich immerhin beruflich und damit sehr zeitintensiv im Netz bewegt.
Auf Seiten mit kinderpornografischen Inhalten gerät man nur extremst zufällig, wenn man nicht gezielt und über Insiderquellen danach sucht.
Mich würde mal interessieren, wo Frau von der Leyen sich rumtreibt?
Wenn Ursula von der Leyen ihre Kritiker in die Nähe von Unterstützern von Kinderschändern rückt, dann muss sie sich auch gefallen lassen, dass man ihre Art der Rhetorik in die demagogische Ecke rückt.
Diese Frau ist nicht tragbar für Deutschland. Sie ist nicht konservativ, sie ist meiner Meinung nach in höchstem Maße volksverhetzend. Dafür spricht auch die Tatsache, dass sie seltsamerweise nie vor einer internetaffinen Versammlung spricht, sondern immer nur vor Menschen, der sie ihre Lügen und Halbwahrheiten aufdrücken kann, ohne hinterfragt zu werden. Gebt der Frau 20 Minuten vor einer Gruppe jüngerer Internetkenner und sie würde wahrscheinlich die Flucht ergreifen angesichts des Umstandes, dass ihre Behauptungen und Argumente sofort fachgerecht widerlegt würden.
Den Text des Videoausschnitts gibt es bei Netzpolitik.org, wo ich auch auf dieses Video stieß.
Wahlkampfthema Horst Schlämmer: Der totale Realitätsverlust
um
15:43
Ich gestehe, ich bin kein großer Hape Kerkeling-Fan. Zwar beweist er in seinen komischen Rollen immer wieder, dass er tatsächlich die Menschen noch überraschen kann, aber wenn eine seiner Kunstfiguren zu lange präsent sind, werden die Gags immer platter und die Originalität leidet.
Jetzt hat er gerade mal wieder Gespür bewiesen und nimmt die Politik in Form eines satirischen Spielfilms auf die Schippe.
Das alleine ist nicht besonders verwunderlich. Verwunderlich sind die Reaktionen auf diesen Film. Medien nutzen ihn zur politischen Analyse, einigen Journalisten, wie dem Welt-Redakteur Hajo Schumacher, raubt er gar völlig den Realitätssinn, so dass er sich gezwungen sieht, einen "Offenen Brief" an Horst Schlämmer zu verfassen und Politiker lassen sich zu seltsamen, teilweise trotzigen Reaktionen hinreißen, sobald sie mit dem Namen Horst Schlämmer konfrontiert werden.
So meinte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), die Kunstfigur Schlämmer gehe zu Lasten der Politik, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) geht sogar so weit, dass er den politikverdrossenen Bürgern vorwirft, sie würden ja nicht mal mehr die Tageszeitung lesen oder sich anderweitig politisch informieren. Die Tatsache, dass es gerade die Berichte in den Medien sind, die unsere Bürger politikverdrossen machen, die kommt ihm nicht annähernd in den Sinn. Auch das ist eine Art von Realitätsverlust.
Aber wie auch immer, die Politik macht Horst Schlämmer zum Wahlkampfthema. Die einen Politiker lassen sich auf Statistenrollen ein, andere meckern und schimpfen über den Film, der letztlich doch wirklich nur eins ist: ein Film.
Solange unsere Politiker nichts besseres zu tun haben, als eine Sommerkomödie, die meiner persönlich Meinung nach sooo lustig gar nicht ist, im Wahlkampf zu thematisieren, solange müssen sie sich nicht wundern, wenn man ihnen Realitätsverlust bescheinigt.
Beschneidung der Grundrechte, realistische Auseinandersetzung mit der Arbeitslosigkeit, Reformen im Sozialwesen, Reformen im Umweltschutz, militärische Aktivitäten im Ausland - DAS sind Themen, die ich gerne im Wahlkampf zur Diskussion hätte. Horst Schlämmer? Den gibt es in spätestens 6 Monaten auf DVD zum immer wieder anschauen. Der ist nun wirklich kein Wahlkampfthema.
Siehe auch: Süddeutsche Zeitung
Jetzt hat er gerade mal wieder Gespür bewiesen und nimmt die Politik in Form eines satirischen Spielfilms auf die Schippe.
Das alleine ist nicht besonders verwunderlich. Verwunderlich sind die Reaktionen auf diesen Film. Medien nutzen ihn zur politischen Analyse, einigen Journalisten, wie dem Welt-Redakteur Hajo Schumacher, raubt er gar völlig den Realitätssinn, so dass er sich gezwungen sieht, einen "Offenen Brief" an Horst Schlämmer zu verfassen und Politiker lassen sich zu seltsamen, teilweise trotzigen Reaktionen hinreißen, sobald sie mit dem Namen Horst Schlämmer konfrontiert werden.
So meinte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), die Kunstfigur Schlämmer gehe zu Lasten der Politik, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) geht sogar so weit, dass er den politikverdrossenen Bürgern vorwirft, sie würden ja nicht mal mehr die Tageszeitung lesen oder sich anderweitig politisch informieren. Die Tatsache, dass es gerade die Berichte in den Medien sind, die unsere Bürger politikverdrossen machen, die kommt ihm nicht annähernd in den Sinn. Auch das ist eine Art von Realitätsverlust.
Aber wie auch immer, die Politik macht Horst Schlämmer zum Wahlkampfthema. Die einen Politiker lassen sich auf Statistenrollen ein, andere meckern und schimpfen über den Film, der letztlich doch wirklich nur eins ist: ein Film.
Solange unsere Politiker nichts besseres zu tun haben, als eine Sommerkomödie, die meiner persönlich Meinung nach sooo lustig gar nicht ist, im Wahlkampf zu thematisieren, solange müssen sie sich nicht wundern, wenn man ihnen Realitätsverlust bescheinigt.
Beschneidung der Grundrechte, realistische Auseinandersetzung mit der Arbeitslosigkeit, Reformen im Sozialwesen, Reformen im Umweltschutz, militärische Aktivitäten im Ausland - DAS sind Themen, die ich gerne im Wahlkampf zur Diskussion hätte. Horst Schlämmer? Den gibt es in spätestens 6 Monaten auf DVD zum immer wieder anschauen. Der ist nun wirklich kein Wahlkampfthema.
Siehe auch: Süddeutsche Zeitung
Donnerstag, 13. August 2009
CDU/CSU, die Parteien der Angst- und Panikmache
um
20:47
Vorab erstmal: Mir ist schlecht. Mir ist deshalb schlecht, weil ich in den letzten Tagen des öfteren gefragt wurde, ob ich jetzt für die CDU schreiben würde. Schließlich würde ich laufend gegen die SPD schießen und hätte es ja sogar gewagt, die Piratenpartei ansatzweise zu kritisieren.
Nein, ich schreibe nicht für die CDU oder ihre bayerische Schwesterpartei CSU. Wer mich aus den letzten Jahren kennt, der weiß auch, dass das wohl nie passieren wird.
Was stellt die CDU für mich dar?
Wenn ich mal auf die auslaufende Legislaturperiode zurückblicke, dann fallen mir keine positiven Argumente für die CDU ein.
Wir haben eine Kanzlerin, die jegliche Kritik an Grundrechtsverletzungen wortlos aussitzt und wenn sie mal etwas sagt, die Litaneien ihrer Sicherheitsvorbeter nur wiederholt.
Die CDU und die CSU bringe ich in erster Linie mit folgenden Themen in Zusammenhang:
•Immer wiederkehrende, abstrakte Terrorwarnungen, die aufgebauscht werden bis zur Panikmache.
•BKA-Gesetz, der große Lauschangriff deluxe.
•Vorratsdatenspeicherung, der erste Schritt zur Totalüberwachung (wenn auch initiiert von Frau Zypries, SPD).
•Bundeswehreinsatz im Inneren, mehr Macht den Militärs.
•Aufhebung der Gewaltenteilung, BKA mit Geheimdienstrechten und umgekehrt.
•Polemische Kriminalisierung von Computerspielern (Stichwort Killerspiele).
•Pläne zum Abschuss von entführten Zivilmaschinen ohne Rücksicht auf die Reisenden an Bord.
•Internetzensur und Internetüberwachung.
•Wiederkehrende Forderungen, das Grundgesetz zu ändern und Grundrechte zu beschneiden.
Auf welche Wähler hat die Union es abgesehen?
Die Union zielt meines Erachtens in erster Linie auf Personen ab, die für sie leicht zu beeinflussen sind. So werden besonders ältere Menschen den ständigen Litaneien über das böse Internet, die bösen Killerspiele und die stets terrorverdächtigen Internetnutzer eher Glauben schenken, als jüngere Leute, die sich wie selbstverständlich im Internet bewegen.
Als zweite Zielgruppe sehe ich die Gruppe der "intellektuell Benachteiligten". Es tut mir sehr leid, aber mir fällt kein anderer, nicht beleidigender Ausdruck für Menschen ein, die ihr aktuelles Wissen fast ausschließlich ohne jegliche Kritik aus der Boulevardpresse beziehen.
Diese Menschen glauben, was ihnen erzählt wird, solange es ihnen so beigebracht wird, dass sie nicht weiter darüber nachdenken müssen. Am besten in fetten, schwarzen Lettern mit rotem Unterstrich gedruckt und möglichst mit polemischen Kraftausdrücken versehen, können diese Menschen verängstigt und in eine Richtung gesteuert werden, die der Union zusagt.
Es sind die Menschen, die mit der berühmten "Ich habe nichts zu verbergen"-Gleichgültigkeit durchs Leben gehen und die tatsächlich glauben, die Damen und Herren in der Regierung wüssten, worüber sie reden.
Oder um es kurz zu sagen: Es sind die schlichten Gemüter, einfach gestrickt und schnell zu verängstigen, auf die die Unionsparteien es abgesehen haben. Und da diese schlichten Gemüter im Jahre 2009 noch in der Mehrzahl sind, fallen die Vorabumfragen auch dementsprechend positiv für die Unionsparteien aus.
Was ich persönlich aus den ständigen Forderungen nach Grundgesetzänderungen und Einschränkungen der Bürgerrechte herauslese, ist vor allem eins:
Die nackte Angst alter Männer und Frauen, die den Anschluss an die modernen Kommunikationsmöglichkeiten verpasst haben und nun, im noch jungen Zeitalter der übergreifenden Diskussionsmöglichkeiten, ihre Felle davon schwimmen sehen. Verzweifelt kämpfen sie nun darum, die letzten Reste alter Strukturen aufrecht erhalten zu können, um sich die letzten Jahre noch ein bisschen Macht erhalten zu können.
Sie sind die politischen Dinosaurier, die eigentlich schon viel zu behäbig und unmodern sind und die selbst noch gar nicht realisiert haben, dass sie sich schon im Aussterben befinden. Denn wie die Dinosaurier, so werden auch diese alten Relikte längst vergangener Zeiten aussterben, wenn sie sich nicht den neuen Entwicklungen anpassen.
Allerdings dauert das Aussterben der politischen Dinosaurier voraussichtlich nicht mal mehr eine Generation und das stimmt mich irgendwie hoffnungsvoll.
Wählbar sind die Unionsparteien bis dahin jedenfalls nicht, es sei denn, man besitzt selbst ein schlichtes Gemüt und denkt nicht gerne nach.
Nein, ich schreibe nicht für die CDU oder ihre bayerische Schwesterpartei CSU. Wer mich aus den letzten Jahren kennt, der weiß auch, dass das wohl nie passieren wird.
Was stellt die CDU für mich dar?
Wenn ich mal auf die auslaufende Legislaturperiode zurückblicke, dann fallen mir keine positiven Argumente für die CDU ein.
Wir haben eine Kanzlerin, die jegliche Kritik an Grundrechtsverletzungen wortlos aussitzt und wenn sie mal etwas sagt, die Litaneien ihrer Sicherheitsvorbeter nur wiederholt.
Die CDU und die CSU bringe ich in erster Linie mit folgenden Themen in Zusammenhang:
•Immer wiederkehrende, abstrakte Terrorwarnungen, die aufgebauscht werden bis zur Panikmache.
•BKA-Gesetz, der große Lauschangriff deluxe.
•Vorratsdatenspeicherung, der erste Schritt zur Totalüberwachung (wenn auch initiiert von Frau Zypries, SPD).
•Bundeswehreinsatz im Inneren, mehr Macht den Militärs.
•Aufhebung der Gewaltenteilung, BKA mit Geheimdienstrechten und umgekehrt.
•Polemische Kriminalisierung von Computerspielern (Stichwort Killerspiele).
•Pläne zum Abschuss von entführten Zivilmaschinen ohne Rücksicht auf die Reisenden an Bord.
•Internetzensur und Internetüberwachung.
•Wiederkehrende Forderungen, das Grundgesetz zu ändern und Grundrechte zu beschneiden.
Auf welche Wähler hat die Union es abgesehen?
Die Union zielt meines Erachtens in erster Linie auf Personen ab, die für sie leicht zu beeinflussen sind. So werden besonders ältere Menschen den ständigen Litaneien über das böse Internet, die bösen Killerspiele und die stets terrorverdächtigen Internetnutzer eher Glauben schenken, als jüngere Leute, die sich wie selbstverständlich im Internet bewegen.
Als zweite Zielgruppe sehe ich die Gruppe der "intellektuell Benachteiligten". Es tut mir sehr leid, aber mir fällt kein anderer, nicht beleidigender Ausdruck für Menschen ein, die ihr aktuelles Wissen fast ausschließlich ohne jegliche Kritik aus der Boulevardpresse beziehen.
Diese Menschen glauben, was ihnen erzählt wird, solange es ihnen so beigebracht wird, dass sie nicht weiter darüber nachdenken müssen. Am besten in fetten, schwarzen Lettern mit rotem Unterstrich gedruckt und möglichst mit polemischen Kraftausdrücken versehen, können diese Menschen verängstigt und in eine Richtung gesteuert werden, die der Union zusagt.
Es sind die Menschen, die mit der berühmten "Ich habe nichts zu verbergen"-Gleichgültigkeit durchs Leben gehen und die tatsächlich glauben, die Damen und Herren in der Regierung wüssten, worüber sie reden.
Oder um es kurz zu sagen: Es sind die schlichten Gemüter, einfach gestrickt und schnell zu verängstigen, auf die die Unionsparteien es abgesehen haben. Und da diese schlichten Gemüter im Jahre 2009 noch in der Mehrzahl sind, fallen die Vorabumfragen auch dementsprechend positiv für die Unionsparteien aus.
Was ich persönlich aus den ständigen Forderungen nach Grundgesetzänderungen und Einschränkungen der Bürgerrechte herauslese, ist vor allem eins:
Die nackte Angst alter Männer und Frauen, die den Anschluss an die modernen Kommunikationsmöglichkeiten verpasst haben und nun, im noch jungen Zeitalter der übergreifenden Diskussionsmöglichkeiten, ihre Felle davon schwimmen sehen. Verzweifelt kämpfen sie nun darum, die letzten Reste alter Strukturen aufrecht erhalten zu können, um sich die letzten Jahre noch ein bisschen Macht erhalten zu können.
Sie sind die politischen Dinosaurier, die eigentlich schon viel zu behäbig und unmodern sind und die selbst noch gar nicht realisiert haben, dass sie sich schon im Aussterben befinden. Denn wie die Dinosaurier, so werden auch diese alten Relikte längst vergangener Zeiten aussterben, wenn sie sich nicht den neuen Entwicklungen anpassen.
Allerdings dauert das Aussterben der politischen Dinosaurier voraussichtlich nicht mal mehr eine Generation und das stimmt mich irgendwie hoffnungsvoll.
Wählbar sind die Unionsparteien bis dahin jedenfalls nicht, es sei denn, man besitzt selbst ein schlichtes Gemüt und denkt nicht gerne nach.
Montag, 10. August 2009
Parteidemenz: Die SPD weiß nicht mehr, wovon sie redet
um
20:36
Die SPD hat tatsächlich eine Medienexpertin, nämlich Monika Griefahn. Und in dieser Position wirft sie der CDU jetzt vor, Zensurträume vom Internet zu haben.
Wann hat die gute Frau Griefahn denn das letzte Mal Zeitung gelesen oder mit ihren Parteigenossen gesprochen? Immerhin befürwortet die "Kompetenz"-Tante Manuela Schwesig die Internetzensur nicht nur, sie will sie auch noch beschleunigt wissen.
Oder sie sollte mal ihre Genossin Angelika-Krüger-Leißner fragen, die eine Internetzensur durchaus auch auf Urheberrechtsfragen ausgeweitet sehen möchte.
Was die SPD derzeit vom Stapel lässt ist alles, nur nicht wählbar. Eine "Aufholjagd" zur CDU ist mit so konfusen Aussagen jedenfalls nicht machbar.
Es ist Zeit für die SPD, sich zu entscheiden: Entweder ist man für, oder gegen Internetsperren. Unentschlossene Parteien gewinnen höchstens unentschlossene Wähler. Wer aber gegen Internetsperren ist hat nach derzeitigem Stand keinen Grund, die SPD zu wählen.
Bericht bei Golem
Die Union, angefangen bei Bundesministerin Ursula von der Leyen bis hin zu Kanzleramtsminister Thomas de Maizière, schürten die Angst vor einem vermeintlich rechtsfreien Internet. "Sie machen keinen Hehl aus ihren Überlegungen, Internetsperren auch auf Verletzungen des Urheberrechts, Glücksspiel oder gewalthaltige Computerspiele zu beziehen", lautete der Vorwurf Griefahns. "Solange die SPD an der Regierung ist, haben solche Zensurträume keine Chance", versicherte sie.
Wann hat die gute Frau Griefahn denn das letzte Mal Zeitung gelesen oder mit ihren Parteigenossen gesprochen? Immerhin befürwortet die "Kompetenz"-Tante Manuela Schwesig die Internetzensur nicht nur, sie will sie auch noch beschleunigt wissen.
Oder sie sollte mal ihre Genossin Angelika-Krüger-Leißner fragen, die eine Internetzensur durchaus auch auf Urheberrechtsfragen ausgeweitet sehen möchte.
Was die SPD derzeit vom Stapel lässt ist alles, nur nicht wählbar. Eine "Aufholjagd" zur CDU ist mit so konfusen Aussagen jedenfalls nicht machbar.
Es ist Zeit für die SPD, sich zu entscheiden: Entweder ist man für, oder gegen Internetsperren. Unentschlossene Parteien gewinnen höchstens unentschlossene Wähler. Wer aber gegen Internetsperren ist hat nach derzeitigem Stand keinen Grund, die SPD zu wählen.
Bericht bei Golem
Schäuble-Plakat Remixwettbewerb
um
20:02
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